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Geschichte - Gesetze - Eisenbahn-Signalordnung

Eisenbahn-Signalordnung (ESO) 1959

Anlage zur Verordnung zur Einführung einer Eisenbahn-Ordnung vom 7. Oktober 1959 (BGBl. II S. 1021). Zuletzt geändert durch 3. Änderungs-VO vom 8. November 1995 [BGBl. I S. 1509]


Inhaltsübersicht

Abschnitt A : Allgemeines

a)
Absätze (1 ) bis (5)
Geltungsbereich und Zuständigkeiten
b)
Absätze (6 ) bis (9)
Begriffsbestimmungen

Abschnitt B : Die Signale

I. Hauptsignale (Hp)

Absätze (10 ) bis (13)
Signal Hp 0 Halt
Signal Hp 1 Fahrt
Signal Hp 2 Langsamfahrt

II. Vorsignale (Vr)

Absätze (14 ) bis (19)
Signal Vr 0 Zughalt erwarten
Signal Vr 1 Fahrt erwarten
Signal Vr 2 Langsamfahrt erwarten

III. Haupt- und Vorsignalverbindungen (Sv)

Absatz (20 )
Signal Sv 0 Zughalt! Weiterfahrt auf Sicht
Signal Sv 1 Fahrt! Fahrt erwarten
Signal Sv 2 Fahrt! Halt erwarten
Signal Sv 3 Fahrt! Langsamfahrt erwarten
Signal Sv 4 Langsamfahrt! Fahrt erwarten
Signal Sv 5 Langsamfahrt! Halt erwarten
Signal Sv 6 Langsamfahrt! Langsamfahrt erwarten

IV. Zusatzsignale (Zs)

Absätze (21 ) und (21a)
Signal Zs 1 Ersatzsignal
Signal Zs 2 Richtungsanzeiger
Signal Zs 2v Richtungsvoranzeiger
Signal Zs 3 Geschwindigkeitsanzeiger
Signal Zs 3v Geschwindigkeitsvoranzeiger
Signal Zs 4 Beschleunigungsanzeiger
Signal Zs 5 Verzögerungsanzeiger
Signal Zs 6 Gleiswechselanzeiger
Signal Zs 7 Vorsichtsignal
Signal Zs 8 Falschfahrt-Auftragssignal

V. Signale für Schiebelokomotiven und Sperrfahrten (Ts)

Absatz (22 )
Signal Ts 1 Nachschieben einstellen
Signal Ts 2 Halt für zurückkehrende Schiebelokomotiven und Sperrfahrten
Signal Ts 3 Weiterfahrt für zurückkehrende Schiebelokomotiven und Sperrfahrten

VI. Langsamfahrsignale (Lf)

Absatz (23 )
Signal Lf 1 Langsamfahrscheibe
Signal Lf 2 Anfangscheibe
Signal Lf 3 Endscheibe
Signal Lf 4 Geschwindigkeitstafel
Signal Lf 5 Anfangtafel
Signal Lf 6 Geschwindigkeits-Ankündesignal
Signal Lf 7 Geschwindigkeitssignal

VII. Schutzsignale (Sh)

Absatz (24 )
Signal Sh 0 Halt! Fahrverbot
Signal Sh 1 Fahrverbot aufgehoben
Signal Sh 2 Schutzhalt
Signal Sh 3 Kreissignal
Signal Sh 5 Horn- und Pfeifsignal

VIII. Signale für den Rangierdienst (Ra)

Absätze (26 ) und (27)

A. Rangiersignale

Absatz (28 )
Signal Ra 1 Wegfahren
Signal Ra 2 Herkommen
Signal Ra 3 Aufdrücken
Signal Ra 4 Abstoßen
Signal Ra 5 Rangierhalt

B. Abdrücksignale

Absätze (29 ) bis (31)
Signal Ra 6 Halt! Abdrücken verboten
Signal Ra 7 Langsam abdrücken
Signal Ra 8 Mäßig schnell abdrücken
Signal Ra 9 Zurückziehen

C. Sonstige Signale für den Rangierdienst

Signal Ra 10 Rangierhalttafel
Signal Ra 11 Wartezeichen
Signal Ra 12 Grenzzeichen
Signal Ra 13 Isolierzeichen

IX. Weichensignale (Wn)

Absätze (32 ) und (33)

Signale für einfache Weichen und einfache Kreuzungsweichen

Signal Wn 1 Gerader Zweig
Signal Wn 2 Gebogener Zweig

Signale für doppelte Kreuzungsweichen

Signal Wn 3 Gerade von links nach rechts
Signal Wn 4 Gerade von rechts nach links
Signal Wn 5 Bogen von links nach rechts
Signal Wn 6 Bogen von rechts nach links

X. Signale für das Zugpersonal (Zp)

Absatz (35 )

A. Signale des Triebfahrzeugführers

Absatz (36 )
Signal Zp 1 Achtungssignal
Signal Zp 2 Handbremsen mäßig anziehen
Signal Zp 3 Handbremsen stark anziehen
Signal Zp 4 Handbremsen lösen
Signal Zp 5 Notsignal

B. Bremsprobe signale

Absätze (37 ) und (38)
Signal Zp 6 Bremse anlegen
Signal Zp 7 Bremse lösen
Signal Zp 8 Bremse in Ordnung

C. Abfahr signal

Signal Zp 9 Abfahren

D. Ruf signale

Signal Zp 11 Kommen
Signal Zp 12 Grenzzeichenfrei

XI. Fahrleitungssignale (El)

Absätze (41 ) und (42)
Signal El 1 Ausschaltsignal
Signal El 2 Einschaltsignal
Signal El 3 "Bügel ab"-Ankündesignal
Signal El 4 "Bügel ab"-Signal
Signal El 5 "Bügel an"-Signal
Signal El 6 Halt für Fahrzeuge mit gehobenen Stromabnehmern

XII. Signale an Zügen (Zg)

Absatz (43 )
Signal Zg 1 Spitzensignal
Signal Zg 2 Schlußsignal
Absatz (43a )

XIII. Signale an einzelnen Fahrzeugen (Fz)

Absatz (44 )
Signal Fz 1 Rangierlokomotivsignal
Signal Fz 2 Gelbe Fahne

XV. Rottenwarnsignale (Ro)

Absatz (46 )
Signal Ro 1 Vorsicht! Im Nachbargleis nähern sich Fahrzeuge
Signal Ro 2 Arbeitsgleise räumen
Signal Ro 3 Arbeitsgleise schnellstens räumen
Signal Ro 4 Fahnenschild

XVI. Nebensignale (Ne)

Signal Ne 1 Trapeztafel
Signal Ne 2 Vorsignaltafel
Absatz (46a )
Signal Ne 3 Vorsignalbaken
Signal Ne 4 Schachbrettafel
Signal Ne 5 Haltetafel
Signal Ne 6 Haltepunkttafel
Signal Ne 7 Schneepflugtafel

XVII. Signale für Bahnübergänge (Bü)

Absatz (46b )
Signal Bü 0 Halt vor dem Bahnübergang! Weiterfahrt nach Sicherung
Signal Bü 1 Der Bahnübergang darf befahren werden
Signal Bü 2 Rautentafel
Absatz (46c )
Signal Bü 3 Merktafel
Signal Bü 4 Pfeiftafel
Signal Bü 5 Läutetafel

Abschnitt C : Künftig wegfallende Signale

1. Allgemeine Bestimmungen

Absatz (47 )

2. Von den Bestimmungen in Abschnitt B abweichende Signale

I. Signale an Zügen (Zg)

Signal Zg 102 Vereinfachtes Schlußsignal

II. Signale für Bahnübergänge (Bü)

Signal Bü 100 Halt vor dem Bahnübergang! Weiterfahrt nach Sicherung
Signal Bü 101 Der Bahnübergang darf befahren werden
Signal Bü 102 Rautentafel
Signal Bü 103 Merktafel
Absatz (48 ) [ hier formal eingefügt gemäß Maßgabe zum Einigungsvertrag: ]
Bestimmungen der DV 301
[ nicht aufgenommen ]

3. Im Abschnitt B nicht enthaltene Signale

Signal Ne 8 Gefahranstrich

4. [ Anpassungsbestimmung zu den Maßgaben des Einigungsvertrages ]


Abschnitt A: Allgemeines

a) Geltungsbereich und Zuständigkeiten

(1)

Die Eisenbahn-Signalordnung (ESO) gilt für die Eisenbahnen des öffentlichen Verkehrs im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.

(2)

Die Signale der ESO müssen mindestens in dem Umfang angewandt werden, den die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnungen (EBO und ESBO) vorschreiben.

(3)

Abweichungen von der ESO können im Einzelfall zulassen

  1. das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen für die Eisenbahnen des Bundes (EB),
  2. die zuständigen obersten Landesverkehrsbehörden für die nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE) im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.

(4)

Von der ESO abweichende Signale mit vorübergehender Gültigkeit kann bei Eisenbahnen des Bundes das Eisenbahn-Bundesamt, bei den nichtbundeseigenen Eisenbahnen die zuständige oberste Landesverkehrsbehörde im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, genehmigen.

(5)

Anweisungen zur Durchführung der ESO können bei Eisenbahnen des Bundes vom Eisenbahn-Bundesamt, bei den nichtbundeseigenen Eisenbahnen von der obersten Landesverkehrsbehörde erlassen werden. Die Anweisungen und ihre Änderungen sind dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen rechtzeitig vor Inkrafttreten zur Kenntnis zu geben.

b) Begriffsbestimmungen

(6)

Die Signale der ESO dürfen nur in den vorgeschriebenen Formen, Farben und Klangarten und für den vorgesehenen Zweck verwendet werden.

(7)

Für das Aussehen der Signale ist die Beschreibung maßgebend. Die Abbildungen dienen zur Erläuterung.

(8)

Die Nachtzeichen der Formsignale sind mit dem Eintritt der Dämmerung bis zum Eintritt voller Tageshelle anzuwenden. Bei unsichtigem Wetter sind die Nachtzeichen in jedem Fall so lange anzuwenden, bis die Tageszeichen auf eine Entfernung von 100 m zweifelsfrei zu erkennen sind.

(9)

Lichtsignale, an deren Standort bei erloschenem Signalbild zu halten ist, sind durch Mastschilder kenntlich.

Abschnitt B : Die Signale

I. Hauptsignale (Hp)

(10)

Hauptsignale zeigen an, ob der anschließende Gleisabschnitt befahren werden darf. Das Signal Hp 0 gilt für Zug- und Rangierfahrten. Die Signale Hp 1 und Hp 2 gelten nur für Zugfahrten.

(11)

Die Signale sind entweder Formsignale und zeigen ein oder zwei Flügel als Tageszeichen und ebenso viele Lichter als Nachtzeichen, oder sie sind Lichtsignale mit ein oder zwei Lichtern als Tages- und Nachtzeichen.

(12)

(aufgehoben)

(13)

Ein Lichthauptsignal kann mit einem Lichtvorsignal für ein folgendes Hauptsignal an einem Signalträger vereinigt sein. Das Hauptsignal befindet sich dann über dem Vorsignal. Wenn mehrere solcher Signale einander folgen, stehen sie in festgelegten Abständen. Der Abstand zwischen ihnen beträgt in der Regel 1000 bis 1300 m.

Signal Hp 0 Halt

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Der Signalflügel - bei zweiflügligen Signalen der obere Flügel - zeigt waagerecht nach rechts. Ein rotes Licht. Ein rotes Licht oder zwei rote Lichter waagerecht nebeneinander.

Signal Hp 1 Fahrt

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Der Signalflügel - bei zweiflügligen Signalen der obere Flügel - zeigt schräg nach rechts aufwärts. Ein grünes Licht. Ein grünes Licht.

Signal Hp 2 Langsamfahrt

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Zwei Signalflügel zeigen schräg nach rechts aufwärts. Ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht. Ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht.

II. Vorsignale (Vr)

(14)

Vorsignale zeigen an, welches Signalbild am zugehörigen Hauptsignal zu erwarten ist. Das Signal Vr 0 kann auch ein Schutzsignal (Sh 0 und Sh 2) ankündigen.

(15)

Die Vorsignale sind entweder ortsfeste Form- oder Lichtsignale oder Wärtersignale.

(16)

Die Vorsignale stehen in der Regel im Abstand des Bremsweges der Strecke vor dem zugehörigen Signal. Stehen sie in einem kürzeren Abstand, so wird dies besonders angezeigt.

(17)

Die ortsfesten Formvorsignale zeigen in der Regel eine um eine waagerechte Achse klappbare gelbe runde Scheibe mit schwarzem Ring und weißem Rand, unter der sich zur Ankündigung des Signals Hp 2 ein beweglicher gelber, schwarzgerahmter pfeilförmiger Flügel mit weißem Rand befinden kann. Als Nachtzeichen sind zwei nach rechts steigende Lichter sichtbar.

(18)

Die Lichtvorsignale zeigen zwei nach rechts steigende Lichter.

(19)

Die Wärtervorsignale zeigen die senkrechte runde Scheibe wie bei ortsfesten Formvorsignalen, jedoch unbeweglich und ohne Flügel, bei Nacht zwei gelbe nach rechts steigende Lichter.

Signal Vr 0 Zughalt erwarten

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Die runde Scheibe steht senkrecht. Wo ein Flügel vorhanden ist, zeigt er senkrecht nach unten. Zwei gelbe Lichter nach rechts steigend. Zwei gelbe Lichter nach rechts steigend.

Signal Vr 1 Fahrt erwarten

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Die runde Scheibe liegt waagerecht. Wo ein Flügel vorhanden ist, zeigt er senkrecht nach unten. Zwei grüne Lichter nach rechts steigend. Zwei grüne Lichter nach rechts steigend.

Signal Vr 2
Langsamfahrt erwarten

Formsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Die runde Scheibe steht senkrecht, der Flügel zeigt schräg nach rechts abwärts. Ein gelbes Licht und nach rechts steigend ein grünes Licht. Ein gelbes Licht und nach rechts steigend ein grünes Licht.

III. Haupt- und Vorsignalverbindungen (Sv)

(20)

Haupt- und Vorsignalverbindungen sind nur bei Stadtschnellbahnen auf eigenem Bahnkörper (S-Bahnen) vorhanden.

Eine Haupt- und Vorsignalverbindung ist ein Lichtsignal besonderer Art, das Haupt- und Vorsignal auf einem Signalschirm nebeneinander vereinigt. Die linken Lichter entsprechen den Hauptsignalbildern Hp 0, Hp 1 oder Hp 2 und geben an, ob der anschließende Gleisabschnitt von einem Zug befahren werden darf. Die rechten Lichter entsprechen den Vorsignalbildern Vr 0, Vr 1 oder Vr 2 zu dem am nächsten Sv-Signal leuchtenden Hauptsignalbild.

Signal Sv 0
Zughalt! Weiterfahrt auf Sicht

Zwei gelbe Lichter waagerecht nebeneinander.

Signal Sv 1
Fahrt! Fahrt erwarten

Zwei grüne Lichter waagerecht nebeneinander.

Signal Sv 2
Fahrt! Halt erwarten

Ein grünes, rechts daneben in gleicher Höhe ein gelbes Licht.

Signal Sv 3
Fahrt! Langsamfahrt erwarten

Links ein grünes, rechts in gleicher Höhe ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht.

Signal Sv 4
Langsamfahrt! Fahrt erwarten

Links ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts in Höhe des oberen linken Lichts ein grünes Licht.

Signal Sv 5
Langsamfahrt! Langsamfahrt erwarten

Links ein grünes und senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts daneben in gleicher Höhe die gleichen Lichter.

Signal Sv 6
Langsamfahrt! Halt erwarten

Links ein grünes, senkrecht darunter ein gelbes Licht, rechts in Höhe des oberen linken Lichts ein gelbes Licht.

IV. Zusatzsignale (Zs)

(21)

Zusatzsignale ersetzen einen schriftlichen Befehl oder ergänzen die durch Signale erteilten Fahraufträge.

Signal Zs 1
Ersatzsignal
Am Signal Hp 0 oder am gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl vorbeifahren

Drei weiße Lichter in Form eines A.

Signal Zs 2
Richtungsanzeiger
Die Fahrstraße führt in die angezeigte Richtung

Ein weißleuchtender Buchstabe.

Signal Zs 2v
Richtungsvoranzeiger
Richtungsanzeiger (Zs 2) erwarten

Ein gelbleuchtender Buchstabe.

Signal Zs 3
Geschwindigkeitsanzeiger
Die durch die Kennziffer angezeigte Geschwindigkeit darf vom Signal ab im anschließenden Weichenbereich nicht überschritten werden.

Formsignal Lichtsignal
Eine weiße Kennziffer auf dreieckiger schwarzer Tafel mit weißem Rand. Die Tafel steht in der Regel auf der Spitze; bei beschränktem Raum kann die Spitze nach oben zeigen. Eine weißleuchtende Kennziffer.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

Signal Zs 3v
Geschwindigkeitsvoranzeiger
Geschwindigkeitsanzeiger (Zs 3) erwarten

Lichtsignal
Eine gelbleuchtende Kennziffer.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

Signal Zs 4
Beschleunigungsanzeiger
Fahrzeit kürzen

Formsignal Lichtsignal
Eine weiße, rotgeränderte dreieckige Scheibe mit schwarzem K. Ein weißleuchtender Winkel mit der Spitze nach oben.

Signal Zs 5
Verzögerungsanzeiger
Langsamer fahren

Formsignal Lichtsignal
Eine weiße, rotgeränderte rechteckige Scheibe in schräger Lage nach unten mit schwarzem L. Ein weißleuchtender Winkel mit der Spitze nach unten.

Signal Zs 6
Gleiswechselanzeiger
Der Fahrweg führt in das benachbarte durchgehende Hauptgleis

Lichtsignal
Ein weißleuchtender schräger Lichtstreifen, dessen Enden senkrecht nach oben und unten abgebogen sind.

Signal Zs 7
Vorsichtsignal
Am Signal Hp 0 oder am gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl vorbeifahren! Weiterfahrt auf Sicht

Lichtsignal
Drei gelbe Lichter in Form eines V.

Signal Zs 8
Falschfahrt-Auftragssignal
Fahrt auf falschem Gleis

Lichtsignal
Drei blinkende weiße Lichter in Form eines A.

(21a)

Das Signal Zs 8 zeigt außerdem an, daß am Signal Hp 0 oder am gestörten Lichthauptsignal ohne schriftlichen Befehl vorbeigefahren werden darf.

V. Signale für Schiebelokomotiven und Sperrfahrten (Ts)

(22)

Die Signale gelten für Schiebelokomotiven, die von der freien Strecke aus zurückkehren, und für Sperrfahrten, die zum Ausgangsbahnhof zurückkehren.

Signal Ts 1
Nachschieben einstellen

Um 90° nach rechts umgelegtes weißes T auf schwarzer Rechteckscheibe.

Signal Ts 2
Halt für zurückkehrende Schiebelokomotiven und Sperrfahrten

Quadratische, auf der Spitze stehende weiße Scheibe mit schwarzem Rand.

Signal Ts 3
Weiterfahrt für zurückkehrende Schiebelokomotiven und Sperrfahrten

Auf Signal Ts 2 ein schwarzer nach rechts steigender Streifen.

VI. Langsamfahrsignale (Lf)

(23)

Die Langsamfahrsignale dienen zur Kennzeichnung von Langsamfahrstellen. Vorübergehende Langsamfahrstellen sind bei Eisenbahnen des Bundes in der Regel durch Anfang- und Endscheibe (Signale Lf 2 und Lf 3) gekennzeichnet.

Signal Lf 1
Langsamfahrscheibe
Es folgt eine vorübergehende Langsamfahrstelle, auf der die angezeigte Geschwindigkeit nicht überschritten werden darf

Tageszeichen Nachtzeichen
Eine auf der Spitze stehende dreieckige gelbe Scheibe mit weißem Rand zeigt eine schwarze Kennziffer. Bei beschränktem Raum kann die Dreieckspitze nach oben zeigen. Unter dem beleuchteten Tageszeichen zwei schräg nach links steigende gelbe Lichter. Bei beschränktem Raum befinden sich die Lichter vor dem Tageszeichen. Auf NE, die mit höchstens 50 km/h befahren werden, kann auch das Tageszeichen verwendet werden. Die oberste Landesverkehrsbehörde kann die Anwendung des Tageszeichens auch bei Geschwindigkeiten über 50 km/h genehmigen.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

Signal Lf 2
Anfangscheibe
Anfang der vorübergehenden Langsamfahrstelle

Eine rechteckige, auf der Schmalseite stehende gelbe Scheibe mit weißem Rand und schwarzem A.

Signal Lf 3
Endscheibe
Ende der vorübergehenden Langsamfahrstelle

Eine rechteckige, auf der Schmalseite stehende weiße Scheibe mit schwarzem E.

Signal Lf 4
Geschwindigkeitstafel
Es folgt eine ständige Langsamfahrstelle, auf der die angezeigte Geschwindigkeit nicht überschritten werden darf

Eine auf der Spitze stehende dreieckige weiße Tafel mit schwarzem Rand zeigt eine schwarze Kennziffer.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

Bei beschränktem Raum kann die Dreieckspitze nach oben zeigen.

Signal Lf 5
Anfangtafel
Die auf der Geschwindigkeitstafel (Lf 4) angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung muß durchgeführt sein.

Eine rechteckige, auf der Schmalseite stehende weiße Tafel mit schwarzem A.

Signal Lf 6
Geschwindigkeits-Ankündesignal
Ein Geschwindigkeitssignal (Lf 7) ist zu erwarten

Eine auf der Spitze stehende, schwarz und weiß umrandete dreieckige gelbe Tafel mit schwarzem Rand zeigt eine schwarze Kennziffer.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit vom Signal Lf 7 ab zugelassen ist.

Bei beschränktem Raum kann die Dreieckspitze nach oben zeigen.

Signal Lf 7
Geschwindigkeitssignal
Die angezeigte Geschwindigkeit darf vom Signal ab nicht überschritten werden

Eine rechteckige, auf der Schmalseite stehende weiße Tafel mit schwarzem Rand zeigt eine schwarze Kennziffer.

Die gezeigte Kennziffer bedeutet, daß der 10fache Wert in km/h als Fahrgeschwindigkeit zugelassen ist.

VII. Schutzsignale (Sh)

(24)

Schutzsignale dienen dazu, ein Gleis abzuriegeln, den Auftrag zum Halten zu erteilen oder die Aufhebung eines Fahrverbots anzuzeigen.

(25)

Die Schutzsignale gelten für Zug- und Rangierfahrten.

Signal Sh 0
Halt! Fahrverbot

Formsignal Lichtsignal
Ein waagerechter schwarzer Streifen in runder weißer Scheibe auf schwarzem Grund. Zwei rote Lichter waagerecht nebeneinander.

Signal Sh 1
Fahrverbot aufgehoben

Formsignal Lichtsignal
Ein nach rechts steigender schwarzer Streifen auf runder weißer Scheibe. Zwei weiße Lichter nach rechts steigend.

Signal Sh 2
Schutzhalt

Tageszeichen Nachtzeichen
Eine rechteckige rote Scheibe mit weißem Rand. Ein rotes Licht am Tageszeichen oder am Ausleger des Wasserkrans.

Signal Sh 3
Kreissignal
Sofort halten

Tageszeichen Nachtzeichen
Eine rot-weiße Signalfahne, irgendein Gegenstand oder der Arm wird im Kreis geschwungen. Eine Laterne, möglichst rot abgeblendet, oder ein leuchtender Gegenstand wird im Kreis geschwungen.

Signal Sh 5 Horn- und Pfeifsignal
Sofort halten

Mehrmals nacheinander drei kurze Töne.

VIII. Signale für den Rangierdienst
(Ra)

(26)

Signale für den Rangierdienst dienen dazu, Rangierabteilungen den Auftrag zur Ausführung einer Rangierbewegung zu erteilen sowie Zügen und Rangierabteilungen bestimmte Hinweise zu geben.

(27)

Zu den Signalen für den Rangierdienst gehören

  1. die Rangiersignale ,
  2. die Abdrücksignale ,
  3. die sonstigen Signale für den Rangierdienst.

A. Rangiersignale

(28)

Die Rangiersignale werden vom Rangierleiter gegeben.

Signal Ra 1
Wegfahren

Mit der Mundpfeife oder dem Horn: Ein langer Ton

und mit dem Arm

Tageszeichen Nachtzeichen
Senkrechte Bewegung des Arms von oben nach unten. Senkrechte Bewegung der Laterne von oben nach unten.

Signal Ra 2
Herkommen

Mit der Mundpfeife oder dem Horn: Zwei mäßig lange Töne

und mit dem Arm

Tageszeichen Nachtzeichen
Langsame waagerechte Bewegung des Arms hin und her. Langsame waagerechte Bewegung der Laterne hin und her.

Signal Ra 3
Aufdrücken

Mit der Mundpfeife oder dem Horn: Zwei kurze Töne schnell nacheinander

und mit den Armen

Tageszeichen Nachtzeichen
Beide Arme in Schulterhöhe nach vorn heben und die flach ausgestreckten Hände wiederholt einander nähern. Wie am Tage, in der einen Hand eine Laterne.

Signal Ra 4
Abstoßen

Mit der Mundpfeife oder dem Horn: Zwei lange Töne und ein kurzer Ton

und mit dem Arm

Tageszeichen Nachtzeichen
Zweimal eine waagerechte Bewegung des Arms vom Körper nach außen und eine schnelle senkrechte Bewegung nach unten. Zweimal eine waagerechte Bewegung der Laterne vom Körper nach außen und eine schnelle senkrechte Bewegung nach unten.

Signal Ra 5
Rangierhalt

Mit der Mundpfeife oder dem Horn: Drei kurze Töne schnell nacheinander

und mit dem Arm

Tageszeichen Nachtzeichen
Kreisförmige Bewegung des Arms. Kreisförmige Bewegung der Handlaterne.

B. Abdrücksignale

(29)

Die Abdrücksignale dienen der Verständigung beim Rangieren am Ablaufberg; sie können Form- oder Lichtsignale sein.

(30)

Die Formsignale bestehen aus einem um den Mittelpunkt einer runden Scheibe drehbaren Balken, der bei Dunkelheit beleuchtet wird. Die runden Scheiben der Formsignale sind weiß oder schwarz.

(31)

Bei den Lichtsignalen wird das Signalbild durch weiße Lichtstreifen auf einem dunklen Signalschirm dargestellt. Die Lichtstreifen können auch aus mehreren Lichtern gebildet sein.

Signal Ra 6
Halt! Abdrücken verboten

Formsignal Lichtsignal
Ein waagerechter weißer Balken mit schwarzem Rand. Ein waagerechter weißer Lichtstreifen.

Signal Ra 7
Langsam abdrücken

Formsignal Lichtsignal
Ein weißer Balken mit schwarzem Rand schräg nach rechts aufwärts. Ein weißer Lichtstreifen schräg nach rechts aufwärts.

Signal Ra 8
Mäßig schnell abdrücken

Formsignal Lichtsignal
Ein senkrechter weißer Balken mit schwarzem Rand. Ein senkrechter Lichtstreifen.

Signal Ra 9
Zurückziehen

Lichtsignal
Ein senkrechter Lichtstreifen, vom oberen Ende nach rechts abzweigend ein waagerechter Lichtstreifen.

C. Sonstige Signale für den Rangierdienst

Signal Ra 10
Rangierhalttafel
Über die Tafel hinaus darf nicht rangiert werden

Eine oben halbkreisförmig abgerundete weiße Tafel mit schwarzer Aufschrift "Halt für Rangierfahrten".

Signal Ra 11
Wartezeichen
Auftrag des Wärters zur Rangierfahrt abwarten

Ein gelbes W mit schwarzem Rand.

Signal Ra 12
Grenzzeichen
Grenze, bis zu der bei zusammenlaufenden Gleisen das Gleis besetzt werden darf

Ein rot-weißes Zeichen.

Signal Ra 13
Isolierzeichen
Kennzeichnung der Grenze der Gleisisolierung

Auf weißem Grund einer blauer Pfeil.

IX. Weichensignale
(Wn)

(32)

Weichensignale zeigen an, für welchen Fahrweg die Weiche gestellt ist.

(33)

Die Weichensignale sind entweder rückstrahlend oder, wenn der Betrieb es erfordert, bei Dunkelheit beleuchtet.

Signale für einfache Weichen und einfache Kreuzungsweichen

Signal Wn 1
Gerader Zweig

Von der Weichenspitze oder vom Herzstück aus gesehen:

Ein auf der Schmalseite stehendes weißes Rechteck auf schwarzem Grund.

Signal Wn 2
Gebogener Zweig

Von der Weichenspitze aus gesehen:

Ein weißer Pfeil oder Streifen auf schwarzem Grund zeigt entsprechend der Ablenkung schräg nach links oder rechts aufwärts.

Vom Herzstück aus gesehen:
(bei einfachen Weichen und Innenbogenweichen)

Eine runde weiße Scheibe auf schwarzem Grund.

Vom Herzstück aus gesehen:
(bei Außenbogenweichen)

Eine nach links oder rechts geöffnete Sichel auf runder weißer Scheibe mit schwarzem Grund.

Signale für doppelte Kreuzungsweichen

(34)

Die Bezeichnungen links und rechts in der Signalbedeutung geben an, daß die Weiche für die Fahrt in den oder aus dem entsprechenden Zweig steht.

Signal Wn 3
Gerade von links nach rechts

Die Pfeile oder Streifen bilden eine von links nach rechts steigende Linie.

Signal Wn 4
Gerade von rechts nach links

Die Pfeile oder Streifen bilden eine von rechts nach links steigende Linie.

Signal Wn 5
Bogen von links nach links

Die Pfeile oder Streifen bilden einen nach links geöffneten rechten Winkel.

Signal Wn 6
Bogen von rechts nach rechts

Die Pfeile oder Streifen bilden einen nach rechts geöffneten rechten Winkel.

X. Signale für das Zugpersonal
(Zp)

(35)

Zu den Signalen für das Zugpersonal gehören

  1. die Signale des Triebfahrzeugführers ,
  2. die Bremsprobe signale,
  3. das Abfahr signal,
  4. die Ruf signale.

A. Signale des Triebfahrzeugführers

(36)

Die hörbaren Signale werden mit der Pfeife oder der sie ersetzenden Einrichtung des Fahrzeugs gegeben.

Signal Zp 1
Achtungssignal
Achtung

Ein mäßig langer Ton.

Signal Zp 2
Handbremsen mäßig anziehen

Ein kurzer Ton.

Signal Zp 3
Handbremsen stark anziehen

Drei kurze Töne schnell nacheinander.

Signal Zp 4
Handbremsen lösen

Zwei mäßig lange Töne nacheinander.

Signal Zp 5
Notsignal
Beim Zug ist etwas Außergewöhnliches eingetreten - Bremsen und Hilfe leisten

Mehrmals drei kurze Töne schnell nacheinander.

B. Bremsprobesignale

(37)

Bremsprobesignale regeln die Bremsprobe an luftgebremsten Zügen und Rangierabteilungen. Sie werden auch bei Bremsprüfungen angewandt.

(38)

Bremsprobesignale werden als Hand- oder als Lichtsignale gegeben.

Signal Zp 6
Bremse anlegen

Handsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Beide Hände werden über dem Kopf zusammengeschlagen. Die weißleuchtende Handlaterne wird mehrmals mit der rechten Hand in einem Halbkreis gehoben und senkrecht schnell gesenkt. Ein weißes Licht.

Signal Zp 7
Bremse lösen

Handsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Eine Hand wird über dem Kopf mehrmals im Halbkreis hin- und hergeschwungen. Die weißleuchtende Handlaterne wird über dem Kopf mehrmals im Halbkreis hin- und hergeschwungen. Zwei weiße Lichter senkrecht übereinander.

Signal Zp 8
Bremse in Ordnung

Handsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Eine Hand wird senkrecht hochgehalten. Die weißleuchtende Handlaterne wird senkrecht hochgehalten. Drei weiße Lichter senkrecht übereinander.

C. Abfahrsignal

Signal Zp 9
Abfahren

Handsignal Lichtsignal
Tageszeichen Nachtzeichen
Eine runde weiße Scheibe mit grünem Rand
oder
das Nachtzeichen des Signals
oder
bei den NE auch das Hochhalten einer Hand.
Ein grünes Licht. Ein grünleuchtender Ring.

D. Rufsignale

Signal Zp 11
Kommen

Ein langer, ein kurzer und ein langer Ton
oder
ein langes, ein kurzes und ein langes Lichtzeichen.

Signal Zp 12
Grenzzeichenfrei

Zwei kurze, ein langer und ein kurzer Ton.

(39)

(aufgehoben)

(40)

(aufgehoben)

XI. Fahrleitungssignale (El)

(41)

Die Fahrleitungssignale kennzeichnen Fahrleitungs-Schutzstrecken, Fahrleitungs-Unterbrechungen, gestörte Fahrleitungs-Abschnitte und das Ende der Fahrleitung.

(42)

Die Fahrleitungssignale bestehen aus einer auf der Spitze stehenden, weiß- und schwarzumrandeten blauen quadratischen Tafel mit weißen Signalzeichen.

Signal El 1 Ausschaltsignal
Ausschalten

Ein zerlegtes weißes U.

Signal El 2 Einschaltsignal
Einschalten erlaubt

Ein geschlossenes weißes U.

Signal El 3 "Bügel ab"-Ankündesignal
Signal "Bügel ab" erwarten

Zwei in der Höhe gegeneinander versetzte weiße Streifen.

Signal El 4 "Bügel ab"-Signal
Bügel ab

Ein waagerechter weißer Streifen.

Signal El 5 "Bügel an"-Signal
Bügel an

Ein senkrechter weißer Streifen.

Signal El 6
Halt für Fahrzeuge mit gehobenen Stromabnehmern

Ein auf der Spitze stehender quadratischer weißer Rahmen mit innenliegendem weißen Quadrat.

XII. Signale an Zügen
(Zg)

(43)

Die Signale kennzeichnen Züge und auf die freie Strecke übergehende Nebenfahrzeuge mit Kraftantrieb.

Signal Zg 1
Spitzensignal
Kennzeichnung der Zugspitze

[vgl. hierzu auch § 2 der Verordnung zur Einführung eines einheitlichen Spitzensignals vom 26. Juli 1957]

Tageszeichen Nachtzeichen
Kein besonderes Signal

a)

Vorn am ersten Fahrzeug, wenn dies ein Triebfahrzeug oder Steuerwagen ist, drei weiße Lichter in Form eines A (Dreilicht-Spitzensignal)

b)

Vorn am ersten Fahrzeug, wenn dies nicht ein Triebfahrzeug oder Steuerwagen ist, zwei weiße Lichter in gleicher Höhe

Signal Zg 2
Schlußsignal
Kennzeichnung des Zugschlusses

Tageszeichen Nachtzeichen
Am letzten Fahrzeug eine viereckige rot-weiße Tafel
oder
zwei viereckige rot-weiße Tafeln
oder
das Nachtzeichens des Signals.
Am letzten Fahrzeug ein rotes Licht
oder
zwei rote Lichter
oder
zwei rückstrahlende Tafeln des Tageszeichens.
Das Nachtzeichen mit rotem Licht darf blinken.

(43a)

Das Schlußsignal braucht nur von hinten sichtbar zu sein. Bei Verwendung von zwei Zeichen müssen diese in gleicher Höhe stehen.

XIII. Signale an einzelnen Fahrzeugen
(Fz)

(44)

Die Signale kennzeichnen

  1. Rangierlokomotiven,
  2. Fahrzeuge, deren Besetzung besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordert.

Signal Fz 1
Rangierlokomotivsignal
Kennzeichnung einer Lokomotive im Rangierdienst

Tageszeichen Nachtzeichen
Kein besonderes Signal. Vorn und hinten ein weißes Licht, in der Regel in Höhe der Puffer. Satt dessen kann auch das Signal Zg 1a geführt werden; es muß geführt werden, wenn Bahnübergänge ohne technische Sicherung oder ohne Sicherung durch Posten befahren werden.

Signal Fz 2
Gelbe Fahne
Kennzeichnung von Wagen, die während eines Stillagers mit Personal besetzt sind

Tageszeichen Nachtzeichen
An jeder Langseite des Wagens eine gelbe Fahne oder gelbe Tafel. Das Tageszeichen; außerdem der Wagen nach außen erkennbar im Innern beleuchtet.

(45)

(aufgehoben)

XV. Rottenwarnsignale
(Ro)

(46)

Rottenwarnsignale geben den im Gleis oder in dessen Nähe beschäftigten Personen Weisungen über ihr Verhalten bei Annäherung von Fahrzeugen.

Signal Ro 1
Vorsicht! Im Nachbargleis nähern sich Fahrzeuge

Mit dem Horn ein langer Ton als Mischklang aus zwei verschieden hohen Tönen.

Signal Ro 2
Arbeitsgleise räumen

Mit dem Horn zwei lange Töne nacheinander in verschiedener Tonlage.

Signal Ro 3
Arbeitsgleise schnellstens räumen

Mit dem Horn mindestens fünfmal je zwei kurze Töne nacheinander in verschiedener Tonlage.

Signal Ro 4
Fahnenschild
Kennzeichnung der Gleisseite, nach der beim Ertönen der Rottenwarnsignale Ro 2 und Ro 3 die Arbeitsgleise zu räumen sind

Einen weißes Fahnenschild mit schwarzem Rand.

XVI. Nebensignale (Ne)

Signal Ne 1 Trapeztafel
Kennzeichnung der Stelle, wo bestimmte Züge vor einer Betriebsstelle zu halten haben

Eine weiße Trapeztafel mit schwarzem Rand an schwarz und weiß schräg gestreiftem Pfahl.

Signal Ne 2 Vorsignaltafel
Kennzeichnung des Standorts eines Vorsignals

Eine schwarzgeränderte weiße Tafel mit zwei übereinander stehenden schwarzen Winkeln, die sich mit der Spitze berühren.

(46a)

Die Vorsignaltafel kann auch allein stehen

  1. an Stelle eines Vorsignals zur Kennzeichnung des Bremswegabstandes der Strecke vor einem Hauptsignal , einem Lichtsperr signal oder einer Trapeztafel ,
  2. als Hinweis auf ein Vorsignal , das nicht rechts neben oder über dem Gleis steht.

Signal Ne 3 Vorsignalbaken
Ein Vorsignal ist zu erwarten

Mehrere aufeinanderfolgende viereckige weiße Tafeln mit einem oder mehreren nach rechts steigenden schwarzen Streifen, deren Anzahl in Fahrtrichtung abnimmt. Bei Dunkelheit und unsichtigem Wetter können zusätzlich rückstrahlende weiße Streifen erscheinen, deren Anzahl und Anordnung den schwarzen Streifen entspricht.

Signal Ne 4 Schachbrettafel
Das Hauptsignal steht nicht unmittelbar rechts neben oder über dem Gleis

Eine viereckige, schachbrettartig schwarz und weiß gemusterte Tafel.

Signal Ne 5 Haltetafel
Kennzeichnung des Halteplatzes der Zugspitze bei planmäßig haltenden Zügen

Eine hochstehende weiße Rechteckscheibe mit schwarzem Rand und schwarzem H
oder
eine hochstehende schwarze Rechteckscheibe mit weißem H

Signal Ne 6 Haltepunkttafel
Ein Haltepunkt ist zu erwarten

Eine schräg zum Gleis gestellte waagerechte weiße Tafel mit drei schwarzen Schrägstreifen.

Signal Ne 7 Schneepflugtafel

a) Pflugschar heben

Eine weiße Pfeilspitze mit schwarzem Rand zeigt nach oben.

b) Pflugschar senken

Eine weiße Pfeilspitze mit schwarzem Rand zeigt nach unten.

XVII. Signale für Bahnübergängen (Bü)

(46b)

Die Überwachungssignale Bü 0 / Bü 1 sowie die Signale Bü 2 und Bü 3 stehen vor Bahnübergängen mit Blinklichtern oder Lichtzeichen (mit oder ohne Halbschranken), die Signale Bü 4 und Bü 5 stehen vor Bahnübergängen ohne technische Sicherung.

Signal Bü 0

Halt vor dem Bahnübergang! Weiterfahrt nach Sicherung

Eine runde gelbe Scheibe in einer gelben Umrahmung über einem schwarz-weiß schräg gestreiften Mastschild.
Scheibe, Umrahmung und Mastschild sind rückstrahlend.

Signal Bü 1

Der Bahnübergang darf befahren werden

Ein blinkendes weißes Licht über einer runden gelben Scheibe in einer gelben Umrahmung über einem schwarz-weiß schräg gestreiften Mastschild.

Scheibe, Umrahmung und Mastschild sind rückstrahlend.

Signal Bü 2
Rautentafel
Ein Überwachungssignal ist zu erwarten

Eine rechteckige schwarze Tafel mit vier auf den Spitzen übereinander stehenden rückstrahlenden weißen Rauten.

(46c)

Die Rautentafel kann bei Eisenbahnen des Bundes mit einem weißen rückstrahlenden Rand versehen sein.

Signal Bü 3
Merktafel
Kennzeichnung des Einschaltpunktes von Blinklichtern oder Lichtzeichen mit Fernüberwachung

Eine schwarz-weiß waagerecht gestreifte rückstrahlende Tafel.

Signal Bü 4
Pfeiftafel
Etwa 3 Sekunden lang pfeifen

Eine rechteckige weiße Tafel mit schwarzem P
oder
eine rechteckige schwarze Tafel mit weißem Rand und weißem P.

Signal Bü 5
Läutetafel
Es ist zu läuten

Eine rechteckige weiße Tafel mit schwarzem L.

Abschnitt C: Künftig wegfallende Signale

1. Allgemeine Bestimmungen

(47)

Der Abschnitt C enthält die von den Bestimmungen in Abschnitt B in Form oder Bedeutung abweichenden oder dort nicht enthaltenen Signale, die mit Genehmigung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen während einer Übergangszeit verwendet werden dürfen.

2. Von den Bestimmungen in Abschnitt B abweichende Signale

I. Signale an Zügen
(Zg)

Signal Zg 102
Vereinfachtes Schlußsignal

EB und NE

Tageszeichen

Hinten am letzten Fahrzeug eine runde rote Scheibe mit weißem Rand.

II. Signale für Bahnübergänge
(Bü)

Signal Bü 100
Halt vor dem Bahnübergang! Weiterfahrt nach Sicherung

EB und NE

Ein gelbes Licht über einem schwarz-weiß schräg gestreiften rückstrahlenden Mastschild.
Das gelbe Licht kann bei den NE auf Strecken mit einer zulässigen Geschwindigkeit bis zu 60 km/h entfallen.

Signal Bü 101
Der Bahnübergang darf befahren werden

EB und NE

Ein blinkendes weißes Licht über einem schwarz-weiß schräg gestreiften Mastschild
oder
ein blinkendes weißes Licht über einem gelben Licht und einem schwarz-weiß schräg gestreiften Mastschild.

Signal Bü 102
Rautentafel
Ein Überwachungssignal ist zu erwarten

EB und NE

Eine rechteckige schwarze Tafel mit vier auf den Spitzen übereinander stehenden weißen Rauten.

Signal Bü 103
Merktafel
Kennzeichnung des Einschaltpunktes von Blinklichtern oder Lichtzeichen mit Fernüberwachung

EB und NE

Eine schwarz-weiß waagerecht gestreifte Tafel.

(48)

[ An dieser Stelle folgen formal die weiter geltenden Bestimmungen der DV 301 gemäß der vor der Einführungsverordnung aufgenommenen Maßgabe zum Einigungsvertrag ]

3. Im Abschnitt B nicht enthaltene Signale

Signal Ne 8
Gefahranstrich
Kennzeichnung fester Gegenstände, die wegen zu geringen Abstandes vom Gleis Personen gefährden können

Die Gegenstände sind durch einen weißen Anstrich gekennzeichnet.

4.

Von den dem Absatz 48 nach Maßgabe von Anlage I Kapitel XI Sachgebiet A Abschnitt III Nr. 8 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 (BGBl. 1990 II S. 885, 1099) angefügten Signalen der DV 301 der Deutschen Reichsbahn sind ab 18. Dezember 1995 die Signale

nicht mehr anzuwenden.


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